Directors Cut macht Studio 54 zum Gay Kultfilm Drucken E-Mail
Geschrieben von Christian Scheuß   
Donnerstag, 17. Juli 2008

ImageEine 45 Minuten längere Neufassung der 98er-Version zeigt viele neue Sexszenen und einen intensiven Kuss zweier Männer. Als "Studio 54" im Jahr 1998 in die Kinos kam, mochte das schwule Publikum den Film auf Anhieb. Die Geschichte des berühmten New Yorker Nachtclubs, in dem in den siebziger Jahren ein hedonistisches Publikum wilde Partynächte feierte, war mit dem sexy Ryan Phillipe als unschuldigem Burschen vom Lande und Mike Myers als schwulem Barbesitzer brillant besetzt.

Am vergangenen Freitag wurde auf dem schwul-lesbischen Filmfestival "Outfest" in Los Angeles vor einem ausgewählten Publikum eine vom Regisseur neu geschnittene und erweiterte Fassung gezeigt, die begeisterte.

"Hätte man die auf Outfest gezeigte Version damals als Original veröffentlicht, es wäre auf jeden Fall das New Yorker Gegenstück zum Film "Boogie Nights" geworden. Und er wäre als einer der besten schwulen Filme der Neunziger eingeordnet worden, einer der wenigen, die auch vor der Zeit ihren Bestand haben", jubelt der Kritiker auf dem amerikanischen Onlineportal "Popnography".

ImageDer Autor verrät auch die Details, die diese Fassung so besonders und speziell schwul machen. So wird das sexuelle Erwachen des bisexuellen Barmanns Shane (Ryan Phillipe) wesentlich expliziter gezeigt. Er schläft mit unzähligen Männern und Frauen. Auch die Dreierbeziehung zwischen ihm, seinem besten Freund Greg (Breckin Meyer) und dessen Ehefrau Anita (Salma Hayek) bekommt mehr Tiefe. "Besonders der aufregend intensive und berührende Kuss zwischen den beiden Männern ist so wichtig wie die queere Familie, die die Drei bilden", heißt es auf Popnography.

Auch Mike Myers, der in der Erstfassung als alter schmutziger Schwuler Pograbscher rüberkommt, dessen Appetit unersättlich ist, profitiert von der Neufassung. Er wirkt unheimlicher aber auch einfühlender, eine tragische Figur, die abhängig ist von der Schönheit der Jugend.

Möglicherweise wird die schwulere Vision von "Studio 54" auch auf anderen Filmfestivals zu sehen sein, eine Veröffentlichung auf DVD, so der ungenannte Popnography-Autor, erscheint aber unwahrscheinlich. Die Filmrechte hat derzeit der brave Micky Maus-Unterhaltungskonzern "Disney".


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