Fall Daum: Mehr Kritik von Homo-Fans und aus Politik Drucken E-Mail
Geschrieben von (pm/dk)   
Monday, 26. May 2008

ImageDer schwul-lesbische Fanclub des 1. FC Köln zeigte sich "entsetzt" über die Äußerungen des Fußball-Helden. Auch FDP und Schwusos fordern Konsequenzen. "Es ist für uns verletzend, wenn lesbische und schwule Lebensweisen in den Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen gestellt werden", erklärten Patrik Maas und Matthias Eiting vom FC-Fanclub "Andersrum Rut-Wieß". Man begrüße aber, dass sich der 1. FC Köln von den Äußerungen seines Trainers deutlich distanziert habe.

"Auf dem ‚Zweiten Aktionsabend gegen Homophobie im Fußball’ am 23. Mai im Kölner RheinEnergieStadion haben sowohl der FC-Geschäftsführer Claus Horstmann wie auch der Fanbeauftragte Rainer Mendel erklärt, dass dies eine Äußerung der Privatperson Christoph Daum war und nicht die Meinung des Vereins wiedergibt." Eine Entschuldigung wäre nun ein wichtiger Schritt zu einer "künftig wieder unbelasteten Unterstützung des Trainers in der kommenden Saison", so Maas und Eiting.

Auch aus der Politik hagelte es Kritik: Jörg van Essen, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion, nannte Daums Äußerungen "unerträglich". "Man fragt sich, in welchem Zustand und unter Zuführung welcher Mittel er diese Äußerungen getan hat", so van Essen unter Bezugnahme der Kokain-Affäre aus dem Jahr 2000. "Wer im Alter von Christoph Daum immer noch nicht verstanden hat, dass die sexuelle Orientierung nichts damit zu tun hat, ob man sich an Kindern vergreift oder nicht, sollte sich die Kriminalstatistik anschauen, nach der es eher unterdurchschnittlich Übergriffe von homosexuellen Menschen gegenüber Kindern gibt", erklärte der Liberale weiter.

Schwusos: Daum „nicht mehr tragbar“

Der Arbeitskreis Lesben und Schwule in der SPD (Schwusos) erklärte, dass in "einer offenen und toleranten Gesellschaft solche unglaublichen Sprüche nicht geduldet werden" könnten. "Der Vorstand des 1. FC Köln muss ebenso handeln, ebenso wie die Fans des Vereins", forderte Schwusos-Chef Ansgar Dittmann. "Mit einer solchen Haltung ist Daum nicht mehr tragbar für den 1. FC Köln. Ein Trainer, der sich so äußert, kann nicht als Vorbild und Richtungsgeber für junge Fußballspieler dienen".

Bild:1. FC Köln

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