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LSVD erstattet Anzeigen gegen Hassmusik |
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Geschrieben von dk
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Saturday, 15. November 2008 |
Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland hat Strafanzeige erstattet gegen die Kölner Firma GoodToGo GmbH, bei der die neue CD des Rappers Trick Trick erscheint – außerdem geht der LSVD gegen einen Auftritt von Capleton vor. Auch gegen mehrere Vertriebsfirmen wie amazon.de oder bol.de gab es eine Anzeige. Der LSVD will damit gegen das neue Album von Trick Trick ("The Villain") vorgehen,
das am 12. Dezember in Deutschland erscheinen soll. In der Anzeige heißt es: "Das betreffende Album enthält unerträgliche schwulen- und lesbenfeindliche Äußerungen sowie konkrete Aufrufe zu Gewalttaten gegen Homosexuelle".
Dabei werden Textauszüge zitiert: "He's a fucking faggot so I'm lettin' off my AK/Bust 'em in his forehead/He ain't worth lettin' live/A man and man shouldn't raise another man's kids!" ("Er ist eine verdammte Schwuchtel, darum schieß ich ihm mit meiner Kalaschnikow in den Kopf. Er ist es nicht wert, am Leben gelassen zu werden. Ein Mann und ein Mann sollten nicht die Kinder eines anderes Mannes großziehen").
Volksverhetzung?
"In seinen Texten ruft er also offen zum Mord an Homosexuellen auf. Auch ruft er dazu auf, die offen lesbisch lebenden US-Schauspielerinnen und Moderatorinnen Ellen DeGeneres und Rosie O´Donnell in die Luft zu sprengen", erklärte LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. "Diese Inhalte erfüllen unseres Erachtens den Straftatbestand der Volksverhetzung, da zu Gewalttaten gegen Minderheiten aufgerufen wird. Die oben genannten Firmen unterstützen die Verbreitung solcher Inhalte, weshalb sie sich nach unserer Auffassung des Verstoßes gegen Paragraf 130 Strafgesetzbuch strafbar machen."
Trick Trick hat zur Veröffentlichung seines Albums in den USA für Unruhe gesorgt, als er in einem Interview Schwule beschimpfte. So sagte er, er wolle nicht, dass Homosexuelle seine CD kauften, weil er deren "Schwuchtel-Geld" nicht haben möchte.
Auch Anzeige wegen Capleton
Des Weiteren hat der LSVD den Staatsschutz Wuppertal in der Sache Capleton eingeschaltet. Der jamaikanische Interpret (bürgerlich Clifton G. Bailey) soll am 2. Dezember im Wuppertaler U Club auftreten. In Basel wurde kürzlich der Auftritt des Interpreten abgesagt. Der Interpret hatte sich zwar im Mai 2007 verpflichtet, keine homophoben Lieder mehr zu singen. Darin hielt er sich aber nicht: Er hat nach der Unterzeichnung des "Reggae Compassionate Act" in Jamaika nachweislich bei mindestens einem Auftritt in Songs zur Ermordung von Schwulen aufgerufen.
Notorisch sind etwa seine Songs "Bun Out Di Chi Chi", "Give Har" oder "Hang Dem Up", auf die sich auch der LSVD beruft: "Uns scheint bei den oben genannten Titeln und Mordaufrufen der Tatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten gemäß Paragraf 111 Strafgesetzbuch und der Tatbestand der Volksverhetzung gem. Paragraf 130 Strafgesetzbuch gegeben zu sein, sofern die besagten Songs zur Aufführung gebracht werden sollten. Strafbar machen sich in diesem Fall auch die Veranstalter", argumentiert Jetz. (dk)
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Letzte Aktualisierung ( Saturday, 15. November 2008 )
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