Gay-Umpoler verlieren vor Gericht Drucken E-Mail
Geschrieben von cw   
Saturday, 25. October 2008

ImageDie Mitarbeiter des evangelikalen Vereins "Wüstenstrom" dürfen zur Recht als das bezeichnet werden, was sie sind: "Homo-Umpoler". Die Organisation, die glaubt, Homosexualität "heilen" zu können, verlor jetzt einen mehrmonatigen Rechtsstreit gegen den freien Journalisten Eckhard Stengel. Im Rahmen seiner Vorab-Berichterstattung über den Jugendkongresses "Christival" in Bremen hatte Stengel im März 2008 u.a. geschrieben, Wüstenstrom wolle Schwule und Lesben zur Heterosexualität "umpolen".

Der Verein hatte dagegen zunächst eine Einstweilige Verfügung des Landgerichts Frankfurt a.M. erwirkt. Nach Stengels Widerspruch urteilte dieselbe Zivilkammer im Mai, dass die Äußerungen unter die Meinungsfreiheit fallen. Deshalb hob das Gericht die Verfügung wieder auf.

"Wüstenstrom" legte dagegen zunächst Berufung ein, nahm sie jetzt aber zurück, so dass das Urteil zugunsten Stengels nunmehr rechtskräftig geworden ist. Mit der Rücknahme des Rechtsmittels reagierte der Verein auf einen "Hinweisbeschluss" des Oberlandesgerichts Frankfurt. Demnach hätte eine Berufung allein schon aus formalen Gründen keine Erfolgsaussicht gehabt: "Wüstenstrom" habe sich soviel Zeit mit der Berufungsbegründung gelassen, dass die nötige Eilbedürftigkeit nicht mehr vorliege.

Er sei "erleichtert" über das Ende des mehrmonatigen Rechtsstreits, so der freie Journalist. Gleichzeitig erneuerte er seine Kritik daran, dass das Landgericht Frankfurt zunächst einer einstweiligen Verfügung gegen ihn stattgegeben hatte - ohne ihn anzuhören. "Durch die Verfügung wurde einen Monat lang meine freie Berichterstattung über ,Wüstenstrom' und das Evangelikalentreffen ,Christival' eingeschränkt", sagte Stengel. Die Richter hätten damit "leichtfertig in die Pressefreiheit eingegriffen".

Wüstenstrom stellte Referenten auf dem Christival-Festival. Ein angekündigtes Christival-Seminar über Therapiemöglichkeiten von Homosexualität sorgte für heftige Proteste und wurde schließlich auch auf Druck des Bundesfamilienministeriums vom Veranstalter wieder abgesagt.

Wüstenstrom wurde 1994 vom damals 36-jährigen Günter Baum gegründet. Allerdings konnte ihm nicht einmal ihm selbst "geholfen" werden: Als es nach zwei Jahren zu einem "sexuellen Ausrutscher" kam, wurde er aus der Initiative ausgeschlossen - und landete direkt in der Psychotherapie. (cw)

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