Sarah Palin: Homosexualität ist freie Entscheidung Drucken E-Mail
Geschrieben von dk   
Wednesday, 1. October 2008

ImageVizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin hat wieder zugeschlagen: Sie erklärte, dass sich Homosexuelle ihre sexuelle Orientierung selbst aussuchen – und gleichzeitig bringt sie den (heterosexuellen) pakistanischen Präsidenten wegen ihres Sex-Appeals in Gefahr. Amerika mag vor der Finanzkrise bibbern, aber die Gouverneurin des 600.000-Einwohner-Staates Alaska findet noch andere Themen. Im Interview mit dem US-Fernsehsender CBS erklärte Palin: "Zum Thema Homosexualität:

Ich werde erwachsene Amerikaner nicht danach beurteilen, was für Entscheidungen sie in ihren persönlichen Beziehungen treffen. Eine meine besten Freundinnen der letzten 30 Jahre ist halt eine Lesbe (Originalzitat: 'happens to be gay') und ich liebe sie über alles", hauchte die 44-Jährige. "Sie ist nicht meine lesbische Freundin, sie ist eine meiner besten Freundinnen, die halt eine Entscheidung getroffen hat und die ich nicht getroffen habe. Aber ich werde Leute nicht danach beurteilen".

Video: (Direktlink) / Sarah Palins Homo-Kommentar im CBS-Interview

 

Unter Homo-Aktivisten stieß diese Äußerung der Vizepräsidentschaftskandidatin auf herbe Kritik. Grund: Die Argumentation "Homosexuality is a choice" wird von christlichen Fundamentalisten oft dazu missbraucht, die "Heilung" von Schwulen und Lesben zu propagieren. Viele US-Kirchen – darunter auch die von Palin selbst (queer.de berichtete) – propagieren teils krude Mittel, um Homosexuelle zu bekehren – und treiben damit viele in den Selbstmord. Zu den Projekten der "Ex-Gay"-Bewegung zählen auch Umerziehungslager für Jugendliche (queer.de berichtete). Außerdem wird mit dieser Argumentation die Öffnung der Ehe abgelehnt, da ja jeder ein Mitglied des anderen Geschlechts heiraten könne, wenn er sich nur für Heterosexualität "entscheide".

Allerdings kann auch Palins bestechende Heterosexualität zu gefährliche Situationen führen: Der islamische Vorbeter Maulana Abdul Ghafar hat eine Fatwa gegen den pakistanischen Präsidenten Asif Zardari ausgesprochen, weil dieser mit der Politikerin "geflirtet" habe. Zardari hatte bei einem Treffen in der letzten Woche Palin Komplimente gemacht, unter anderem sagte er: "Sie sind wunderschön". So viel sexuelle Aufmerksamkeit für eine Nichtmuslimin gehöre sich nicht für einen Präsidenten, findet der Vorbeter. "Pakistan ist Zardari peinlich, uns ist Palin peinlich", fasste ein amerikanischer Blogger die Aufregung zusammen. (dk)


Video: (Direktlink) / Das Palin-Zardari-Treffen (Bericht in einer pakistanischen Nachrichtensendung)

 

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