Die letzte Party im PG-JedenFreitag steigt definitiv am Freitag, den 7. Dezember 2007. Alle Flaschen werden gnadenlos leergesoffen. Musikalisch gibt’s das Beste der vergangenen Monate - bis die Boxen explodieren. Nach uns die Sintflut. Bis dahin steigt die Party jeden Freitag mit einem fulminanten Schlussprogramm mit dem fürs PG typisch euphorischen Sound mit Neuentdeckungen und grossen Namen aus der DJ Szene.
Die Auskunft über den Entscheid, wann das PG-Clubgebäude (auch bekannt als Fonda, Restaurant Kantine, Hopp Züri und Vulkaro) an der Pfingstweidstrasse 12 nun abgerissen wird, wäre auf Anfang November terminiert gewesen. Der Entscheid wird vertagt, ohne dass Zusicherungen für das weitere Bestehen gemacht wurden. Nun hat das PG-Team beschlossen, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und die letzte Party so oder so am Freitag, 7. Dezember 07 steigen zu lassen. Das ultimative Schlussfeuerwerk. Mit Garantie ist die letzte Party im PG auch die Beste. Oliver Eschler, Initiant und Mitveranstalter des PG – jeden Freitag, blickt zurück: „Der Entscheid ist uns sehr schwer gefallen – auch wenn er sich durch den wahrscheinlichen Abbruch und die Unmöglichkeit, den Club weiter zu verbessern, aufgedrängt hat. Durch die Geschichte von PG ist unsere Identifikation natürlich sehr gross. Wir hatten die Idee, wieder einen unkomplizierten, regelmässigen Treffpunkt zu erschaffen – so wie es der Spot 25 einmal war – natürlich ohne den Selbsthilfe-Charakter, aber Abseits der Szenemaskerade. Der Spot 25 war ein Ort, wo alle unabhängig von ihrem Fetisch, ihrer politischen Gesinnung, ihrem Lifestyle oder ihrer Musikrichtung hinkamen. Man lernte die unterschiedlichsten Leute kennen und es entstanden Freundschaften fürs Leben. Beim PG wollten wir deshalb bewusst nicht alternativ, aber eine Alternative zu den grossen Partys und Clubs sein. Um den Treffpunktcharakter zu unterstreichen, haben wir nicht den Party-Samstag fürs PG gewählt, sondern den in den letzen Jahren praktisch ereignislosen Freitag, wo die meisten nur noch im Chat waren. Als wir Angefangen haben, hatten wir kaum Geld. Das einzige Startkapital waren offene Schnapsflaschen, die uns die LOVE LIFE - Party geschenkt hat sowie meine alten MK-Plattenspieler aus der Zeit als DJ. Durch den Gratiseintritt und die supergünstigen Drinks konnten wir uns weder Inserate noch eine eigene Webseite leisten. Sponsoren hatten wir aus Prinzip keine. Wir hatten nur Gastrecht auf der Webseite von WE ARE FAMOUS. Die Flyer und das Logo haben wir selber gestaltet, jeweils auf dem Bürodrucker ausgedruckt und von Hand ausgeschnitten. Die Models waren immer Kollegen, wir selber oder Party-Besucher. Die DJs nahmen jeweils ihre eigenen CD-Player mit. Allfällige Gewinne wurden gespendet. Deko und Lounge haben wir selber aus Stoff und Folienresten oder Militärnetzen gebastelt. Trotzdem konnten am Anfang die Kosten der Party kaum gedeckt werden, weil wenige Leute von der Party wussten – und die Location zugegebenermassen etwas gar zu provisorisch wirkte, um die hohen Anforderungen der Szene zu erfüllen. Schwierig war insbesondere der Umstand, dass wir bei jeder Party komplett alles aufbauen und nach der Party wieder abtransportieren mussten – Sound, Licht, Bar, Mobiliar – einfach alles, jeden Freitag. Das hat natürlich die Möglichkeiten limitiert. Ich erinnere mich an die Zeit, wo wir jeweils vom Morgengrauen bis in den Samstag Mittag hinein völlig erschöpft gewischt und aufgeräumt haben – fast immer mit der Hilfe der letzten verblieben Partygäste – oder den Verehrern unserer hübschen Jungs an der Bar. Oft waren unsere Proseccoflaschen vom Turbinenplatz bis zur Hardbrücke verstreut. Die günstigen Getränkepreise haben uns nicht überall beliebt gemacht. Mit der Zeit lief es immer besser. Wir konnten ein Lager vom Schauspielhaus übernehmen. Eines Tages mieteten wir ein Mobility Fahrzeug und transportierten damit Bretter du Plexiglas, um eine neue Bar zu Zimmern. Später kam ein neues DJ-Pult und anderes Mobiliar sowie bessere Lichttechnik, Discokugel und schliesslich ein professionelleres Soundsystem dazu. Freunde haben geholfen beim Zusammenschrauben und anmalen der Möbel. Nach wie vor wird wöchentlich alles auf- und abgebaut, doch mit der Zeit haben wir ein ausgeklügeltes Logistik-System entwickelt und alles ist auf Rollen. Auch sonst hat sich vieles Verbessert – so konnte zum Beispiel für die Sicherheit Fatmir gewonnen werden, den man von der White-Party, Laby und Lotus sowie vielen weiteren Szeneclubs als Türsteher kennt. Auch das Team hinter der Bar wurde verstärkt. Inzwischen ist das PG zu einem schönen Club mit einem starken Line-up und einem grossen und exklusiven Getränkeangebot geworden – geblieben sind der undergroundige Charme und die günstigen Preise.“ Die Liegenschaft ist im Besitz der Stadt Zürich und wird von den Vereinen Hopp Züri und Kulturgruppe Fonda gemietet und jeweils am Freitag an die Veranstalter des PG untervermietet. Der bestehende Vertrag läuft noch bis Ende November 2007. Der Verein Hopp Züri ist genauso wie Vulkaro ein Integrationsprojekt für Migranten und betrieb bis anhin an der Pfingstweidstasse 12 im gleichen Raum jeweils am Mittag das Restaurant Kantine. Auch der Restaurationsbetrieb wird im Dezember definitiv geschlossen. Es besteht zwar eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Location noch eine kleine Gnadenfrist bekommt, Gerüchten zu Folge soll das Areal jedoch als Parkplatz für die EM 08, als Werkplatz für den Ausbau der Pfingstweidstrasse, als Zufahrtsstrasse für neue Gebäude in der Umgebung oder als Bauland für eine neue Überbauung verwendet werden. Dennoch wäre eine Weiterführung schwierig, da Erneuerungen, Reparaturen und eine Verbesserung der Bedingungen unter dem Damokles-Schwert der Schliessung vom Vermieter her nicht mehr möglich sind. Doch wer weiss, vielleicht ersteht das PG doch noch ab und zu an neuen, genauso spannenden Orten wieder auf. Man achte auf die selbst gebastelten, von Hand ausgeschnittenen Flyer, die inzwischen zum Markenzeichen des PG geworden sind. So trifft man sich – klar, jeden Freitag – aber ganz Sicher zur grossen Abschluss-Sause, am Freitag, den 7. Dezember 2007 im PG. PG- Jeden Freitag ab 22:00h, All Drinks 5.- till 24:00h Pfingstweidstrasse 12 8005 Zürich www.myfriday.ch Programm: Freitag, 30. November 2007: PG – Brother&Sister, Clauz Spange-use und Mr, Mikes BirthdayBash. Freitag, 7. Dezember 2007: PG – The Last Dance – die ultimative Abschlussparty mit den PG-AllStars! |