Einreiseverbote für HIV-Positive Drucken E-Mail
Geschrieben von Carsten Weidemann   
Mittwoch, 16. Juli 2008

ImageÜber 70 Staaten verwehren Menschen mit HIV und Aids offiziell die Einreise oder den Aufenthalt. Eine neue Webseite klärt auf und klagt an. Den Aids-Hilfen ist das Problem bekannt: Viele HIV-Positive setzen bei einem Kurztrip nach New York oder San Francisco ihre Kombi-Therapie trotz des Risikos eines Therapieversagens kurzerhand ab – aus Angst, dass ihre Pillen bei der Einreise entdeckt werden. Denn offiziell darf niemand mit "ansteckenden Krankheiten" in die USA einreisen – und dazu gehört immer noch eine Infektion mit dem HI-Virus.

Jeder US-Grenzbeamte ist angewiesen, Einreisende und Touristen zurückzuweisen, wenn Verdachtsmomente vorliegen. Diese sind bereits gegeben, wenn entsprechende Medikamente gefunden werden.

Die USA sind nicht das einzige Land, das Menschen mit HIV und Aids die Reisefreiheit verwehrt – auch wenn seit über einem Jahr eine Änderung dieser Praxis angekündigt wird. Über 70 Staaten weltweit verwehren Positiven offiziell die Einreise oder den Aufenthalt, darunter auch China als Gastgeber der Olympischen Sommerspiele.

Das neue Internetangebot HIVtravel.org informiert detailliert über die einzelnen Regelungen in insgesamt 196 Staaten und inwieweit sie in der Praxis angewendet werden. Da zu einigen Ländern Informationen fehlen, sieht sich das Projekt selbst noch "im Aufbau" und hofft auf das Feedback von Usern.

HIVtravel.org ist ein Kooperations-Projekt von der Deutschen Aids-Hilfe (DAH), der European Aids Treatment Group (ETAG) und der International Aids Society (IAS). Die DAH hatte erstmals bereits 1999 mit der Zusammenstellung von Daten zu Reisebeschränkungen für Positive begonnen.

Links zum Thema:
HIVtravel.org

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